Die Entstehung von Apotheken

Die Apothekenidee

Die Apothekenidee scheint im arabischen Raum entstanden zu sein. ln Bagdad und Damaskus sind im 8. und 9. Jahrhundert Drogen- und Gewürzhändler tätig, die zusammen mit den heilkundlichen Mönchen der abendländischen Klöster als die Vorläufer der Apotheker gelten können. Viele Klöster sahen auch Bäume zur Aufbewahrung von Heilkräutern vor. Gewöhnlich wurden solche Kammern mit dem lateinischen Wort „apotheca“ bezeichnet.

Innenansicht einer Apotheke um 1632

Der Beruf Apotheker

lm Jahre 1241 schlägt die eigentliche Geburtsstunde des Apothekerberufes.

Gleichzeitig verlangen die Lebensverhältnisse in den rasch wachsenden Städten nach einem besseren Gesundheitswesen. Es ist nur natürlich, dass in einer Zeit, in der viele Berufszweige Spezialisierungen erfahren, auch eine Arbeitsteilung in den Heilberufen stattfindet. Diese Ordnung von 1241 verhindert bis heute, dass Apotheker und Arzt in eine Konkurrenzsituation geraten. Dies bringt für beide Seiten Vorteile und hat sich zum Wohl der Bevölkerung bis heute bewährt.

Apothekenordnungen

Als Folge der kaiserlichen Medizinalgesetze entstehen auch im Deutschland dieser Zeit städtische Apothekenordnungen, die eine Entwicklung der Apotheken vorantreiben zu besonderen Orten „…dar men arzedie tho ver- kopende plecht „ – wo man Arzneien zu verkaufen pflegt. Viele Apothekenordnungen machen den Betrieb einer Apotheke von der Erteilung eines Privilegs abhängig. Die ältesten bekannten Apothekenprivilege sind aus Prenzlau (1303), Görlitz (1305), Straßburg (1310) und Hildesheim (1318) bekannt.

Innenansicht einer Apotheke um 1732

Entwicklung der Apotheken

Eine starke Vermehrung der Apotheken im 14. Jahrhundert geht auch auf die verheerenden Seuchenzüge dieser Zeit zurück. Begünstigt durch die katastrophalen hygienischen Verhältnisse in den mittelalterlichen Städten fällt rund ein Drittel der Bevölkerung der Schwarzen Pest zum Opfer.

Die Apotheker, die bisher als gewerbe- treibende Händler von Stadt zu Stadt, von Markt zu Markt ziehen, werden zunehmend in festen Häusern sesshaft und verändern damit auch das äußere Bild der Apotheke entscheidend. Genauso ändert sich das Betätigungsfeld dahingehend, dass nicht mehr nur Heilpflanzen, Gewürze und Drogen, meist aus fernen Ländern, verkauft werden, sondern zunehmend in der Werkstatt des Apothekers, in der „officina”, selbst Arzneien hergestellt werden.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts besuchen erste Apotheker medizinische Vorlesungen an Universitäten, um ihr Wissen zu vervollständigen. Damit wandelt sich die Pharmazie vom Erfah- rungswissen zur Wissenschaft.

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